So klingt Nähe

Vertraute Geräusche aus dem Alltag

Wir sind ständig von zahlreichen Geräuschen umgeben. Viele nehmen wir nur beiläufig wahr, aber sie charakterisieren bestimmte Orte und Situationen. Viele Alltagsgeräusche lassen uns wissen, dass wir zuhause sind oder dass unsere Lieben in der Nähe sind. Solche vertrauten Geräusche lassen sich nutzen, um ein Gefühl der Nähe und Verbundenheit zu erzeugen.

 

Die Idee: Alltagsgeräusche als Verbindung

Der Sohn ist für eine Weile im Ausland, die beste Freundin mit ihrer Familie weit weggezogen, ein enges Familienmitglied arbeitet unter der Woche in einer anderen Stadt? Teilt kurze Tonaufnahmen aus eurem Alltag miteinander.

Die Geräuschkulisse beim gemeinsamen Abendessen, das Klappern der Bausteine im Kinderzimmer, das leise Murmeln des Fernsehers, wenn der:die Liebste nebenan noch die Lieblingsserie schaut oder das vertraute Geräusch des samstäglichen Rasenmähens in der Nachbarschaft.

 

 

Und so geht’s:

 

1. Lausche deinem Alltag
Achte auf Geräusche, die deinen Tag prägen und welche Situationen sich besonders gut eignen. Welche Geräusche verbindest du mit deinem Zuhause und mit Menschen, mit denen du dich nah fühlen möchtest? Achte darauf, dass es Geräuschkulissen sind. Es geht nicht darum, dass du Gespräche Wort für Wort verfolgen oder eine Situation genau nachvollziehen kannst, sondern eher um vertraute Hintergrundgeräusche.

 

2. Nimm Alltagsgeräusche auf und teile sie
Am einfachsten ist es, dafür das Smarthphone zu nutzen. Nimm eine oder mehrere Sprachmemos auf, benenne und speichere sie. Schon 10 bis 30 Sekunden reichen. Probiere es einfach aus! Mal eine ganz kurze Sequenz, mal ein mehrminütiger Mitschnitt des Abendessens. Gib den Memos Titel wie „Montagmorgen-Kaffee“ oder „Regen am Abend auf dem Balkon“.

Du kannst die Aufnahmen über einen Messenger-Dienst teilen – vielleicht erstellst du dafür auch eine eigene Gruppe, in der ihr nur Geräusche teilt. Alternativ kannst du einen gemeinsamen Ordner in einer Cloud anlegen, auf den die Person(en) zugreifen können.

 

Abwandlung: Wenn es für eine Person gedacht ist, die eine Zeit lang woanders lebt, kannst du auch ein Diktiergerät nutzen. Darauf speicherst du viele besondere “So klingt Zuhause”-Momente und gibst es der Person zum Abschied mit. So kann sich dein:e Liebste:r die Geräusche ganz nach Bedarf anhören.

 

4. Mach ein Ritual draus – oder nicht
Täglich, wöchentlich oder einfach dann, wenn sich etwas besonders schön, witzig oder tröstlich anfühlt. Folge deinem Gefühl, probiere es einfach aus. meist entwickelt es sich von selbst. Vielleicht entwickelt ihr es zu einem Ratespiel, vielleicht schickt ihr euch immer zum gleichen Zeitpunkt die Geräuschkulisse, die euch aktuell umgibt. Vielleicht ist es einfach nur schön für die abwesenden Person, beim Morgenkaffee die Frühstücksgeräusche aus dem Zuhause abzuspielen.

 

Tipp: Du weißt nicht, was du aufnehmen sollst? Dann fange bei deinem Alltag an!

Der Zauber liegt im Gewöhnlichen. Probiere aus, welche vertrauten Alltagsgeräusche sich für euch am besten eignen. Überlege, welche Situationen und Geräusche für die andere(n) Person(en) eine Bedeutung haben könnten, oder starte einfach mit etwas Typischem, wie zum Beispiel:

  • Morgenroutine: Das Geräusch des aufkochenden Teewassers, dein Zähneputzen, Geräusche aus dem Fitnessstudio
  • Küchengeräusche: Beim Kochen und Zubereiten von Speisen, wie z.B. Schneidgeräusche, das Zischen von Pfannen und Töpfen, das Klimpern von Geschirr oder das Öffnen von Verpackungen.
  • Familienmomente: Stimmen im Hintergrund, Schritte im Flur, jemand kommt nach Hause, die Geräuschkulisse beim gemeinsamen Abendessen, die Kinder beim Spielen.
  • Natur: Wind, Regen, raschelnde Bäume, Vogelgezwitscher.
  • Stadtleben: Geräusche auf der Straße, in der Bahn, an bestimmten Plätzen.

 

Zielgruppe: Familien, Paare, enge Freund:innen
Art: Digitaler Austausch
Zeitlicher Aufwand: Gering
Schwierigkeitsgrad: Sehr einfach
Materialien: Smartphone (für Sprachaufnahmen und Messenger, wie z.B. WhatsApp, Signal oder Telegram) oder ein Mini-Diktiergerät

Was sagen Leute, die es schon ausprobiert haben?

„Als ich diese Geräusche aus deinem Alltag gehört habe, war es, als würde sich eine Tür öffnen. Für einen Moment war ich bei dir. Das hat mir Tränen in die Augen getrieben, auf die schönste Weise.“

„Ich habe eine Sequenz vom gemeinsamen Familienfrühstück auf dem Handy. Das spiele ich manchmal ab, wenn ich mich morgens alleine im Hotel fertig mache. Dann starte mein Tag ganz in Gedanken an meine Familie. Umgekehrt schicke ich meiner Frau manchmal auch spontan ein Alltagsgeräusch per Whatsapp und meine Kinder und sie raten dann, wo ich wohl gerade bin. Das ist meistens ziemlich lustig.“

Du hast So klingt Nähe auch ausprobiert und möchtest deine Erfahrungen mit uns teilen? Dann schreib uns!

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